NIEDRIGENERGIE- UND PASSIVHAUS

Das Niedrigenergiehaus ist ein Haus mit einer Energiekennzahl (EKZ) < 50 kWh/m²a (Heizwärmebedarf je m² und Jahr). Dämmstärken von 20 bis 30cm und Fenster mit einem U-Wert < 0,9 sind Standard. Bei Einsatz einer Wohnraumlüftung kann die Energiekennzahl noch erheblich gesenkt werden.
Das Passivhaus weist nach einer Definition des Passivhaus-Instituts Darmstatt einen Heizwärmebedarf (Energiekennzahl) von maximal 10kWh/m²a auf. Aufgrund der extrem gedämmten Gebäudehülle ist ein konventionelles Heizsystem nicht mehr nötig, das Haus wird durch die inneren Gewinne (Personen, Elektrogeräte) und den solaren Gewinn geheizt. Der Restwärmebedarf wird durch Erwärmung der Zuluft mittels kontrollierter Wohnraumlüftung mit Wärmerrückgewinnung und Erdwärmetauscher abgedeckt. Die Heizlast je Quadratmeter Wohnfläche beträgt max. 10 W/m².

Ein modernes Haus muss mehr als reine Funktionalität, also ein Dach über dem Kopf bieten. Wohnen ist eine Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Ein positives Wohnerleben resultiert aus dem Zusammenspiel von Funktionalität, Privatheit, Ästhetik, Natur, Lärm und Ruhe, Sicherheit, Ökologie und Klima und der Beziehung zu den Nachbarn.

Niedrigenergie- und Passivhäuser bieten viele Qualitäten, die den Bewohnern von Standard-Bauordnungshäusern verwehrt bleiben.

Definitionen

Das Niedrigenergiehaus ist ein Haus mit einer Energiekennzahl (EKZ) < 50 kWh/m2a (Heizwärmebedarf je Quadratmeter und Jahr). Dieser Wert ist etwas willkürlich, setzt aber bereits erhebliche Maßnahmen hinsichtlich Wärmedämmung und Wärmebrückenfreiheit voraus. Dämmstärken von 20 bis 30cm und Fenster mit einen U-Wert < 0,9 sind Standard. Bei Einsatz einer Wohnraumlüftung kann die Energiekennzahl noch erheblich gesenkt werden.

Das Passivhaus weist nach einer Definition des Passivhaus-Instituts Darmstatt einen Heizwärmebedarf (Energiekennzahl) von maximal 10kWh/m2a auf. Aufgrund der extrem gedämmten Gebäudehülle ist ein konventionelles Heizsystem nicht mehr nötig, das Haus wird durch die inneren Gewinne (Personen, Elektrogeräte) und die solaren Gewinnen geheizt. Der Restwärmebedarf wird durch Erwärmung der Zuluft mittels kontrollierter Wohnraumlüftung mit Wärmerrückgewinnung und Erdwärmetauscher abgedeckt. Die Heizlast je Quadratmeter Wohnfläche beträgt max. 10W/m2.

Komfort

Das wichtigste Kriterium für den Wohnkomfort ist die Temperatur der Wand- und Deckenoberflächen des Hauses. Ist die Oberflächentemperatur einer Wand zu niedrig, dann wird, wenn man sich nahe der Wand befindet, der Körperoberfläche Wärme entzogen. Es stellen sich kalte Finger, Zehen und Nasenspitze ein, trotz hoher Raumlufttemperatur. Wir alle kennen den Effekt von Altbauten. Die Raumluft ist durch die Beheizung mit Einzelöfen zwar recht hoch, dennoch fühlt man sich in der Nähe der Wand unbehaglich. Es entsteht das Gefühl als spürt man einen Luftzug. In derartigen Gebäuden stehen meist die Sitzmöbeln weit von der Wand abgerückt.

Die sehr hohen Dämmstärken bei Niedrigenergie- und Klima-Komfort-Häusern sorgen im Gegensatz dafür, dass die Oberflächentemperatur im Winter nahe der Raumlufttemperatur liegt. Dadurch ist die Wärmestrahlung im Raum sehr gleichmäßig, es gibt keine Zugerscheinungen und keine Kaltluftseen im Fußbodenbereich.

Durch die ideale Oberflächentemperatur stellt sich hohe Behaglichkeit, selbst bei 1 bis 2 °C geringerer Raumlufttemperatur, ein. Dem Körper wird keine Wärme mehr entzogen. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass 1° geringere Raumtemperatur ca. 6% Heizkosten spart.

Neben dem Schutz vor Wärmeverlusten über die Gebäudehülle schützt die Wärmedämmung das Haus im Sommer vor Überhitzung. Im Zusammenspiel mit Beschattung und speicherfähigen Massen sorgt die Dämmung für Sommerkühle.

Der Wunsch nach unterschiedlichen Temperaturen in unterschiedlichen Räumen

Die thermische Zonierung ist im Niedrigenergiehaus und Klima- Komforthaus nicht so einfach zu bewerkstelligen. Grundsätzlich gleichen sich die unterschiedlichen Raumtemperaturen sehr schnell an. Die beste Möglichkeit, dem Effekt entgegenzutreten ist bei NEH eine funktionale Anordnung der Räume. Das kühler gewünschte Schlafzimmer liegt dann idealerweise im Nordosten, wo es die geringste Erwärmung durch die Sonne erfährt.

Im Passivhaus ist dies schwieriger, weil die Wärmebereitstellung mittels Wohnraumlüftung durch das Öffnen von Fenstern nicht mehr funktioniert und dem Konzept des Hauses entgegensteht. Gerade das Schlafzimmer ist ein Raum, dem durch die Wohnraumlüftung Frischluft zugeführt wird, weshalb sich im Winter zwangsweise eine Raumtemperatur von 20°C einstellt. Im Sommer öffnen sie die Fenster wie bei jedem anderen Haus.

Weit verbreitet ist die Meinung, dass die Fenster in Niedrigenergiehäuser und Passivhäuser nicht geöffnet werden dürfen und daher die Luftqualität dieser Häuser schlecht sein muss.

Man muss genau genommen sagen, dass es umgekehrt ist. Die Luftqualität in Häusern mit Wohnraumlüftung ist besser. Sie ist deshalb besser, weil das Haus ständig mit über Erdwärmetauscher aus dem Garten angesaugte Frischluft versorgt wird und nicht nur, wenn man ein Fenster zum Lüften öffnet. Die Lüftung ersetzt die Fensterlüftung mit dem großen Vorteil der Wärmerückgewinnung. Wärme, die man zuvor teuer mit der Heizung bereitstellt, wird bei Fensterlüftung ab gelüftet und ist weg. Zur Erwärmung der Raumluft muss weitere Energie bereitgestellt werden. Die Wohnraumlüftung jedoch nutzt diese Wärme zum Beheizen der Zuluft.

Auch in Niedrigenergiehäuser mit Wohnraumlüftung und Passivhäuser ist es erlaubt die Fenster zu öffnen.

Feuchteproblem

Ein weiterer wichtiger Beitrag zum gesunden Wohnen bei Erreichen des Niedrigenergie- bzw. Passivhaus-Standards ist, dass es kein Feuchteproblem mehr gibt. Da die Oberflächentemperaturen der Bauteile entsprechend hoch sind und das Gebäude wärmebrückenfrei ist, entsteht keine schädliche Kondensation. Gesundheitsschädlicher Schimmel wird dadurch verhindert.

Investitions- und Betriebskosten

Natürlich führt höhere Bauqualität zu höheren Kosten. Der Mehraufwand hält sich aber in Grenzen. Dämmstoffe stehen in großer Menge zu sehr günstigen Preisen zur Verfügung. Vielfach muss nur der Mehraufwand für das Material aufgebracht werden, da die Verarbeitungskosten annähernd gleich bleiben. Die Wohnbauförderung sucht weiters die Mehrkosten auszugleichen. Häuser mit Bauordnungsstandard werden seit Jänner 2004 nicht mehr gefördert.

Ein besonders geringer Heizenergieverbrauch lässt sich bei Einbau einer Wohnraumlüftung erzielen. Wobei es dann Sinn macht, gleich den Passivhaus-Standard anzustreben, da der Einbau eines Heizsystems und einer Wohnraumlüftung zu hohen Investitionskosten führt. Der alternative Weg ist, in höhere Wärmedämmung zu investieren und den Passivhausstandard zu erreichen. Aufgrund der Kostenersparnis durch den Wegfall des herkömmlichen Heizsystems, wird das Passivhaus wiederum sehr wirtschaftlich.

Das Passivhaus ist wie eine Pensionsvorsorge. Die anfänglichen Mehrkosten machen sich dauerhaft bezahlt: sehr geringe Heizkosten, thermische Behaglichkeit und gesunde Raumluft.

Ein ganz besonders wichtiger Aspekt ist die Wertsicherung. Die bessere Bauqualität erhöht den Wert ihrer Immobilie dauerhaft. Das Angebot am Markt ist groß und Qualität wird daher neben der Lage zum Kaufargument, insbesondere durch die Einführung des Energieausweises für Wohngebäude.

Gebäudeform — müssen Niedrigenergiehäuser und Passivhäuser „Schuhschachteln“ sein?

Nein. Grundsätzlich sind diese Häuser von herkömmlichen nicht zu unterscheiden. Es obliegt den Bauherren und dem Planer durch Wahl von Form und Materialien, wie das Gebäude aussieht.

Wichtig ist nur, dass bestimmte Kriterien erfüllt werden. Dazu gehören Südausrichtung, Besonnen des Grundstücks, Gebäudekompaktheit, Entkoppelung von Wohnräumen und Kellerräumen, Vermeidung von Wärmebrücken, Luft- und Winddichtigkeit.

Unter Berücksichtigung oben genannter Punkte sind dem Planer keine Grenzen gesetzt. 

Ökologie

In Österreich wenden wir 31% der Energie für Raumheizung, Warmwasser und Klimaanlagen auf. Es ist höchst an der Zeit auf klima- und umweltschädigende Energieträger zu verzichten. Die Erde erwärmt sich aufgrund der CO2-Konzentration in der Luft, welche ein Resultat der Verbrennung fossiler Brennstoffe der letzten 20 Jahre ist.

Wir sind es unseren Kindern schuldig, dem Klimaschutz mehr Augenmerk zu schenken und unsere Umwelt zu schützen. Erforderliche Technologien stehen uns zur Verfügung um die Probleme zu lösen.

Haustyp Energiekennzahl Verbrauch der Heizung
Altbau 225 kWh/m2a 22,5 Liter Heizöl/m2a
Standardhaus Bauordnung < 100 kWh/m2a < 10 l/m2a
Niedrigenergiehaus < 50 kWh/m2a < 5 l/m2a
Passivhaus < 10 kWh/m2a < 1 l/m2a

Der Unterschied der verschiedenen Haustypen kann am besten anhand der „Energiekennzahlen" und dem Verbrauch für die Heizung gezeigt werden, so wie wir das von unseren Autos her kennen. Betrachtet man ein Haus über seine Nutzungsdauer von 50 Jahren, dann kann man das gewaltige Einsparungspotential bei der Heizung erkennen.

Niedrigenergiehäuser und Passivhäuser sind ein wesentlicher Beitrag zum Umweltschutz. Der erhöhte Wärmeschutz, das Verwenden erneuerbarer Energie und der geringe Energieverbrauch sprechen für diese Konzepte.

Planen und bauen Sie für die Zukunft. Wir freuen uns auf Ihren Anruf!

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